Don ! Juan

»Don Juan« ist eine Flamenco-Theaterproduktion von Catarina Mora Flamenca für 5 TänzerInnen und 5 Musiker in der Regie von Cornelius Dane, Choreographie von Catarina Mora. Der lyrische Stoff wird in den kraftvollen Bildern des Flamenco dargestellt und läßt der Dramaturgie wie auch der Choreographie Möglichkeit zum Mitdenken und Mitfühlen einer bekannten, geschichtlichen Mythologie. Das Publikum kann dem Flamenco durch die inszenierte Handlung und dem Einsetzen der Tänzer als Figuren mehr Inhalt abgewinnen als es in der herkömmlichen Darstellung einer Flamencoshow üblich ist. Ziel der Regie ist, nicht nur durch die Faszination des Flamenco zu unterhalten, sondern einen Teil der spanischen, archaischen Lebenshaltung wie auch der Geschichte zu vermitteln.

Don Juan ist die Quintessenz spanischer Männlichkeit, fortdauernde Provokation. Herausforderung für mittelalterliche Granden, wie für moderne Psychoanalytiker. Er ist Stein des Anstoßes, Stachel im Fleisch, ein skrupelloser Kämpfer im Krieg der Geschlechter.

Ausgangspunkt des Tanztheaterstücks »Don Juan« sind Szenen unseres modernen Alltags-Liebes-Leben, das von der Maxime »anything goes« gelähmt erscheint. Don Juan betritt die Bühne in einer magischen Szene, eine Geburt aus Lust und Tod, die jeden Voyeurismus frappiert. Er sucht sich seinen Diener aus den Reihen der Musiker und beginnt seine Jagd auf Frauen. Die Tänzerinnen nehmen die Herausforderung an und schlüpfen in die Rollen der Dorfschönheit, der Novizin, der stolzen Adligen, locken und leisten Widerstand, kämpfen, müssen erliegen. So will es die Geschichte. Eine rasche Folge von Verführungen und Flucht, angeheizt durch die erbarmungslosen Rhythmen des Flamenco, durch Melodien von Schönheit, die einen frieren läßt.

Lust und Todesnähe verbinden sich auf unvergleichliche Weise. Die Musik stammt teils aus dem unerschöpflichen Fundus des Cante Jondo, teils wurde sie von dem mitwirkenden Gitarristen und Komponisten Mariano Martín für diese Produktion komponiert. Alle beteiligten Tänzer und Musiker des international besetzten Ensembles wagen Grenzüberschreitungen, verlassen ihre konventionellen Reviere und werden zu Darstellern, die sich mutig und lustvoll in den Strudel des Geschehens hinreißen lassen.


»Don Juan« ist die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit von Cornelius Dane und Catarina Mora, die 1995 mit dem Stück »Träum nicht vom Blute des Mondes« begann; ein Porträt des spanischen Dichters F. García Lorca, das sehr erfolgreich über zwei Spielzeiten am Theater tri-bühne, Stuttgart, lief und mehrfach zu Gastspielen an verschiedene Theater des Landes Baden-Württemberg eingeladen wurde.

Don Juan_Miguel Angel
La madre / La Muerte_Sibylle Thude
La Novia_Vicky Brkic
La Novicia_Fani Suarez
Dona Elvira_Charo Espino
Gesang / El Novio_Momi de Cadiz
Percussion / Catalinon_Rafael Fontaina
Gitarre_Juan Soto _Antonio Espanadero
Violoncello_Vace Bagratuni
Regie_Cornelius Dane
Choreographie_Catarina Mora _Und die Tänzer der Companie
Komposition_Mariano Martín
Kostüm und Bühne_Sylvia Wanke
Ton_Carsten Dane
Licht_Gwen Lohmann
Konzept_Catarina Mora und Cornelius Dane


Pressestimmen

»Neben der Choreographin Catarina Mora und ihren exzellenten Tänzern Fani Suarez, Vicky Brkic, Leonor Moro, Antinèa und Zenon Ramos Reyes sorgen Cornelius Dane als Regisseur und Sylvia Wanke als Ausstatterin für eine aufs Wesentliche konzentrierte Darstellung. Vom Alltags-Prolog und der expressiven Geburtsszene bis zur Höllenfahrt des Verführers, die als mythische Konfrontation Don Juans mit drei Todesgeistern getanzt wird, steigert sich die Szene von Flamenco zu Flamenco.« (Dietholf Zerweck, Ludwigsburger Kreiszeitung, 05.05.2000)

»...große Tableaus, fein gezeichnete Soli und dramatische Duos für Zenon Ramos Reyes in der Titelpartie und seine vier Partnerinnen...Die Handlung gibt hinreichend Raum sowohl für ausgelassene Tänze als auch für spannende Entwicklungen.« (Bernd Krause, Stuttgarter Zeitung, 05.05.2000)

»Mora, die zum ersten Mal bei einer ihrer Produktionen nicht selbst tanzt, trotzt dem strengen Regelwerk des Flamenco: Sie baut in ihre Choreographie Flamenco-untypische Hebungen ein und entwickelt Figuren. Ebenfalls ungewöhnlich: Unter den Musikern befindet sich Cellist Vace Bagrantuni, und ihr Zusammenspiel zeichnet die Geschichte nuancenreich nach. Das Publikum zeigte sich im ausverkauften Theaterhaus nach rund zwei Stunden begeistert.« (Nadia El Almi, Stutgarter Nachrichten, 06.05.2000)


Angaben zum Stück

Premiere: 03. Mai 2000
Besetzung: 5 TänzerInnen 5 Musiker
Bühne: 8 x 10 m
Techn. Ausstattung: Holzboden (Pressspanplatten geschraubt, können mitgebracht werden)
5 Stühle
Licht und Ton in Absprache mit Technikern
>Technikseite Maik Waschfeld (Tontechniker)


Kontakt Bettina Gonsiorek

Programmheft bestellen


nach oben