Träum nicht vom Blute des Mondes

Dichterporträt mit Flamenco
Ein Abend mit Federico García Lorca und Flamenco


»...doch alle sollen wissen, ich bin nicht gestorben, da ist ein Stall von Gold auf meinen Lippen.« Der spanische Dichter Federico García Lorca, der diese Zeilen schrieb, wollte eigentlich nicht, daß man seine Gedichte liest. Sie sollten gehört werden.

Zwei Schauspieler und vier Flamencokünstler hatten ganz im Sinne García Lorcas die Idee, seine Lyrik vorzutragen, die Stimmungsbilder in Sprache, Tanz und Musik lebendig werden zu lassen. Aus der gemeinsamen Improvisation ist so ein lyrisches, bewegtes Porträt des Dichters entstanden.

Liebe, Sehnsucht und Tod sind die Themen des Abends, der den Namen »Träum nicht vom Blute des Mondes« trägt. Auch Politisches kommt in den Texten Lorcas zur Sprache. Der bedeutende Dramatiker wurde 1936 als 38-jähriger von spanischen Faschisten ermordet. Lyrik und Passagen aus Interviews, Briefen von Zeitzeugen und Stücken Lorcas haben die Künstler mit Flamencoklängen verflochten. In aufrüttelnder Weise begegnen sich Tanz und sprachlicher Inhalt, die Gesänge des Cante Jondo (ernster, tiefer Gesang) beantworten und kommentieren Lorcas Gedanken und Gefühle.

»Träum nicht vom Blute des Mondes« ist eine Koproduktion des Theater tri-bühne und Catarina Mora Flamenca, die am 25. September 1995 Premiere im Theater tri-bühne, Stuttgart hatte. Die Produktion lief über zwei Jahre am Theater tri-bühne.


Gesang_Coral de los Reyes
Tanz_Catarina Mora / Neubesetzung: Vicky Brkic
Gitarre_Mariano Martín
Percussion_Ricardo Espinosa
Schauspiel_Hannelore Bähr _Cornelius Dane
Choreographie_Catarina Mora
Komposition_Mariano Martín
Ton/Licht_Dietrich Lutz
Konzeption_Cornelius Dane


Pressestimmen

»Im anschließenden »Todestanz« von Catarina Mora wird sichtbar, wie eng die Künstler zusammenwirken. Die ausdrucksstarke Flamencotänzerin machte deutlich, daß der spanische Tanz nicht nur gestampfte Leidenschaft, Sinnlichkeit und Lebensfreude verkörpert, sondern in dicken schwarzen Strümpfen, von Trauer, Leid und Furcht der Menschen erzählen kann...Unterstrichen wurde der kehlig-herbe Gesang der exzellenten Rock- und Flamencosängerin Stephanie Vonier von den rauschhaften Rhythmen des Schlagzeugers Karl Koch und des Gitarristen Mariano Martín. Die Liebe, die Leiden schafft, dringt traurig, gleichförmig aus jedem hart angeschlagenen Akkord, aus jeder kratzigen Liedzeile, um sich im nächsten Moment im Tanz der Sinne mit der Dichtung aufs Innigste zu vereinen.« (Petra Bail, Stadtrundschau Ostfildern, 27.03.1997)

»Begeisternde Flamencoabende habe ich erlebt, auch beachtenswerte Dichterlesungen und Rezitationen, doch nie eine so stimmige Inszenierung von Leben und Werk eines Dichters, dazu noch eines Verfassers so rätselhafter Verse; keine Vorstellung möchte ich mir entgehen lassen!« (Helmut Landweber, anda! Zeitschrift für Flamenco, Juni 1996)

»Catarina Mora ist es mit dieser Inszenierung gelungen, was zwar viele Flamencotänzer versuchen, was indessen nur wenigen in akzeptabler Weise gelingt: ihre Kunst zu neuen Ufern zu führen, ihr gewissermaßen andere Dimensionen zu öffnen.« (Bernd Krause, Stuttgarter Nachrichten, 24.06.1997)

»Ausdrucksstark, verhalten und temperamentvoll brachte die Künstlerin den überfüllten Zuschauerraum zum Toben und erweckte mit pulsierendem Rhythmus auf ihre Weise Verständnis für ein Leben in Extremen.« (Hanna Mainzer, Stuttgarter Nachrichten, 28.09.1995


Angaben zum Stück

Premiere: 25. September 1995
Besetzung: 2 Tänzerinnen 4 Musiker 2 Schauspieler
Bühne: 3 x 4 m
Techn. Ausstattung: Holzboden (Pressspanplatten geschraubt, können mitgebracht werden)
4 Stühle
2 kleine Tische
Licht und Ton in Absprache mit Technikern
>Technikseite Maik Waschfeld (Tontechniker)


Kontakt Bettina Gonsiorek


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